Wofür Hiragana gebraucht werden
Japanisch wird mit drei Schriften gleichzeitig geschrieben. Kanji, aus dem Chinesischen übernommen, tragen die Bedeutung: 食 in 食べる (taberu, essen). Hiragana übernehmen den Rest: Endungen von Verben und Adjektiven (das べる in 食べる), die Partikeln, die die Rolle eines Wortes im Satz anzeigen (は, を, に, で), und Wörter ohne gebräuchliches Kanji wie ありがとう (arigatō). Außerdem dienen sie als Furigana, die kleinen Lesehilfen über Kanji in Kinderbüchern, Manga und Lehrbüchern. Katakana, die zweite Silbenschrift, stehen für dieselben Laute, werden aber vor allem für Lehnwörter wie コーヒー (kōhī) verwendet; ihre Tabelle ist genauso aufgebaut wie diese.
Jedes Hiragana steht für eine Silbe, nicht für einen Buchstaben. Die Gojūon-Tabelle („fünfzig Laute“) liest man über Zeile und Spalte: Die Spalte gibt den Vokal (a, i, u, e, o), die Zeile den Konsonanten, か ist also k + a. Leere Felder sind Silben, die es im modernen Japanisch nicht mehr gibt (yi, ye, wi, wu, we). を wird zur Unterscheidung von お als wo umschrieben, aber o gesprochen. ん ist der einzige alleinstehende Konsonant und klingt vor b, p und m wie m (さんぽ, sanpo, Spaziergang).
Romaji richtig lesen
Die Vokale sind kurz und klar wie im Deutschen, die Hepburn-Umschrift folgt aber der englischen Schreibung der Konsonanten:
- ch = „tsch“: ち (chi) klingt wie „tschi“. sh = „sch“: し (shi) = „schi“.
- j = „dsch“ wie in „Dschungel“: じ (ji) = „dschi“. y = deutsches j: や (ya) = „ja“.
- z ist ein stimmhaftes s wie in „Sonne“, kein „ts“. ts (つ) dagegen entspricht dem deutschen z in „Zug“.
- s ist immer stimmlos wie in „Bus“: すし = „ßuschi“, nicht „Suschi“ mit weichem s.
- e ist offen und kurz, u wird mit entspannten Lippen gesprochen und verschwindet oft fast ganz (です, desu, klingt wie „dess“).
- r ist ein einzelner Zungenschlag zwischen r, l und d, fu (ふ) wird sanft durch beide Lippen gehaucht.
Kleines っ, lange Vokale und Silbenverbindungen
Die zwei Striche ゛ (Dakuten) machen den Konsonanten stimmhaft: か ka → が ga, さ sa → ざ za. Der kleine Kreis ゜ (Handakuten) macht aus der h-Zeile p: は ha → ぱ pa. ぢ und づ klingen wie じ und ず und kommen nur in wenigen Wörtern vor (はなぢ, hanaji, Nasenbluten; つづく, tsuzuku, fortsetzen).
Ein kleines ゃ, ゅ oder ょ nach einer i-Silbe verschmilzt zu einer Silbe: き + ゃ = きゃ (kya), し + ょ = しょ (sho). In normaler Größe geschrieben ist きや zweisilbig, ki-ya. Das kleine っ verdoppelt den folgenden Konsonanten (きって, kitte, Briefmarke).
Lange Vokale dauern zwei Takte und verändern die Bedeutung: おばさん (obasan, Tante) ist nicht おばあさん (obāsan, Großmutter). Ein langes ē schreibt man meist mit い (せんせい, sensei), ein langes ō mit う (がっこう, gakkō).
Hiragana lernen und tippen
Beginnen Sie mit den fünf Vokalen, dann folgen die Zeilen k, s, t, n, h, m, y, r, w und ん, wobei Sie die früheren Zeilen täglich wiederholen. Verknüpfen Sie jede Form mit einem eigenen Merkbild, schreiben Sie sie einige Male von Hand und lesen Sie möglichst früh echte Wörter. Dakuten und Verbindungen erfordern kein neues Auswendiglernen. Achten Sie auf ähnliche Paare: さ/ち, ぬ/め, ね/れ/わ, る/ろ.
Zum Schreiben wandelt der Transliterationsmodus der japanischen Tastatur Romaji beim Tippen in Hiragana um: konnichiha wird zu こんにちは, gakkou zu がっこう. Tippen Sie nn für ん, wo für を, ha für die Partikel は und verdoppeln Sie den Konsonanten für っ.