Eine Konsonantenschrift, von rechts nach links
Das moderne Hebräisch verwendet die Quadratschrift, die aus dem aramäischen Alphabet hervorging und auch für Jiddisch und Ladino benutzt wird. Wie das Arabische ist sie ein Abjad: Geschrieben werden nur die Konsonanten. Das Wort שלום liest man schalom, doch keiner der vier Buchstaben ש ל ו ם zeigt das a an. Der Leser stützt sich auf Wortschatz und Zusammenhang, unterstützt von vier Buchstaben, die zugleich Vokale anzeigen: ו für o und u, י für i und e, ה und א vor allem am Wortende.
Vollständig werden die Vokale mit dem Nikud bezeichnet, einem System aus Punkten und Strichen unter, über oder in den Buchstaben. Die zweite Tabelle zeigt sie am Buchstaben ב. Zum Lesenlernen ist Nikud unverzichtbar, in israelischen Zeitungen, auf Websites und Straßenschildern fehlt er aber fast immer. Im modernen Hebräisch klingen Patach und Kamaz beide wie a, Segol und Zere beide wie e; es gibt also mehr Zeichen als gesprochene Vokale.
Die fünf Endbuchstaben
Fünf Buchstaben ändern ihre Form, wenn sie ein Wort beenden: aus כ wird ך, aus מ wird ם, aus נ wird ן, aus פ wird ף und aus צ wird ץ. Vier davon reichen unter die Zeile, das End-Mem ם ist dagegen ein geschlossenes Viereck. Es sind keine zusätzlichen Buchstaben: Laut und Stellung im Alphabet bleiben gleich.
Ähnliche Buchstaben und Buchstaben mit zwei Lauten
Einige Gruppen werden anfangs leicht verwechselt:
- ב und כ: Bet hat unten rechts einen kleinen Überstand, Kaf ist rund.
- ד und ר: Dalet hat oben rechts eine vorspringende Ecke, Resch ist gebogen.
- ה, ח und ת: He hat oben links eine Lücke, Chet ist geschlossen, Taw hat unten links einen kleinen Fuß.
- ו, ז und ן: Sajin hat einen Kopf, der nach beiden Seiten übersteht; das End-Nun reicht unter die Zeile.
- ס und ם: Samech ist unten rund, das End-Mem hat rechte Winkel.
Drei Buchstaben haben zwei Laute: ב (b oder w), כ (k oder ch wie in Bach) und פ (p oder f). Der Punkt im Buchstaben, das Dagesch, steht für den harten Laut: בּ ist b, ב ist w. Ohne Nikud gilt als Faustregel, dass man sie am Wortanfang als b, k und p liest. Außerdem sind im modernen Hebräisch mehrere Laute zusammengefallen: ח und כ ohne Dagesch klingen gleich, ebenso ט und ת, ק und כּ sowie ו und ב ohne Dagesch. Die Rechtschreibung lernt man daher Wort für Wort.
Zahlenwerte und Schreibschrift
Jeder Buchstabe hat einen Zahlenwert: א = 1 bis י = 10, dann כ = 20 bis ק = 100, ר = 200, ש = 300 und ת = 400. Damit werden Kapitel nummeriert und Jahre im jüdischen Kalender geschrieben; auf ihnen beruht auch die Gematrie, die Wörter über ihren Zahlenwert deutet. Im Alltag schreiben Israelis mit der Hand in einer Kursivschrift, deren Formen stark von der Druckschrift abweichen, deshalb lernt man am besten beide. Für ganze Wörter am Bildschirm folgt die virtuelle hebräische Tastatur der israelischen Standardbelegung.