Wofür Katakana verwendet werden
Katakana ist eine der beiden japanischen Silbenschriften. Jedes Zeichen steht für eine Silbe, und zu jedem Katakana gibt es ein gleich klingendes Hiragana: カ und か lauten beide ka. Die Schrift entstand um das 9. Jahrhundert bei buddhistischen Mönchen, die chinesische Texte mit vereinfachten Teilen von Kanji versahen: カ geht auf die linke Hälfte von 加 zurück, イ auf die linke Hälfte von 伊.
Heute schreibt man mit Katakana vor allem Lehnwörter (Gairaigo) und ausländische Namen: ドイツ (Doitsu, Deutschland), ベルリン (Berurin, Berlin), コンピューター (konpyūtā, Computer). Auch aus dem Deutschen hat das Japanische Wörter übernommen, etwa アルバイト (arubaito, Nebenjob, von Arbeit) und エネルギー (enerugī, Energie). Außerdem stehen in Katakana Lautmalereien (ドキドキ, klopfendes Herz), Tier- und Pflanzennamen in Fachtexten (ネコ, Katze), Markennamen und Wörter, die man hervorheben will, ähnlich wie Kursivschrift.
Deutsche Namen werden an die japanische Lautstruktur angepasst, in der fast jede Silbe auf einen Vokal endet. Müller wird ミュラー (Myurā), Jürgen ユルゲン (Yurugen), Wagner ワーグナー (Wāgunā). Das ü wird meist mit kleinem ュ wiedergegeben, sch mit シュ, und r und l fallen in der Reihe ラ リ ル レ ロ zusammen.
Lange Vokale, kleines ッ und Stimmhaftigkeitszeichen
Drei Zeichen verändern die Aussprache:
- Das Dehnungszeichen ー verlängert den vorigen Vokal: コーヒー (kōhī, Kaffee), ビール (bīru, Bier). In Romaji schreibt man dafür ein Makron (ō) oder einen doppelten Vokal.
- Das kleine ッ verdoppelt den folgenden Konsonanten mit einer kurzen Pause: ベッド (beddo, Bett), カップ (kappu, Tasse). Nicht zu verwechseln mit dem normal großen ツ (tsu).
- Dakuten ゛ und Handakuten ゜ machen den Konsonanten stimmhaft: カ (ka) wird zu ガ (ga), ハ (ha) zu バ (ba) oder パ (pa).
Die kleinen ャ ュ ョ verbinden sich mit einem Zeichen der i-Spalte zu einer einzigen Silbe: キャ (kya), シュ (shu), チョ (cho). In normaler Größe geschrieben, liest man キヤ als zwei Silben, ki-ya.
Erweiterte Katakana und verwechselbare Zeichen
Für Laute, die das Japanische nicht kennt, kombiniert man ein Katakana mit einem kleinen Vokal: ファ (fa), ティ (ti), ディ (di), ウィ (wi), シェ (she), ジェ (je), チェ (che), ツァ (tsa). パーティー (pātī, Party) und ディズニー (Dizunī, Disney) sind typische Beispiele. Das v kann mit ヴ geschrieben werden (ヴァ, ヴィ, ヴェ …), viele gängige Wörter nutzen aber die b-Reihe: ビデオ (bideo, Video).
Einige Katakana sehen sich ähnlich und verursachen die meisten Lesefehler:
- シ (shi) und ツ (tsu), ン (n) und ソ (so): Bei シ und ン steigt der lange Strich von links unten auf, bei ツ und ソ fällt er von rechts oben.
- ク (ku), ケ (ke) und タ (ta): タ ist ein ク mit einem zusätzlichen Strich innen, ケ hat einen waagerechten Balken und einen langen Abstrich.
- ワ (wa), ウ (u) und フ (fu) sowie チ (chi) und テ (te).
Katakana tippen
Mit der japanischen Eingabemethode von Windows oder macOS tippt man in Romaji und wandelt um: ko-hi- und dann F7 unter Windows (Control-K unter macOS) ergibt コーヒー. Der Bindestrich erzeugt das Dehnungszeichen ー, xtu oder ltu ein kleines ッ, und vu ergibt ヴ.
Unsere japanische Tastatur wandelt Romaji beim Tippen in Kana um: Schalten Sie den Transliterationsmodus ein und wechseln Sie mit der Schaltfläche あ/ア von Hiragana zu Katakana. Aus ko-hi- wird so コーヒー (der Bindestrich erzeugt das Dehnungszeichen ー). Auf dieser Seite können Sie außerdem einzelne Zeichen der Tabelle mit einem Klick kopieren.