Eine verbundene Schrift von rechts nach links
Arabisch wird von rechts nach links geschrieben, kennt keine Großbuchstaben und verbindet die Buchstaben eines Wortes wie eine Schreibschrift. Jeder Buchstabe hat daher bis zu vier Formen: isoliert, Anfangsform, Mittelform und Endform. Das ه etwa wird am Wortanfang zu هـ, in der Mitte zu ـهـ und am Ende zu ـه. Das sind keine 112 eigenständigen Zeichen: Die Grundform bleibt erkennbar, und die Tastatur wählt die passende Variante selbst.
Sechs Buchstaben unterbrechen die Kette: ا د ذ ر ز و verbinden sich nach rechts mit dem vorhergehenden Buchstaben, aber nie nach links mit dem folgenden. Sie haben nur eine isolierte und eine Endform, und der nächste Buchstabe beginnt wieder mit seiner Anfangsform. Darum wirkt ein Wort wie وزير (wazīr, Minister, daher Wesir) in Stücke zerlegt. Lām und Alif verschmelzen immer zur Ligatur لا.
Buchstabenfamilien, die sich nur durch Punkte unterscheiden
Viele Buchstaben teilen dieselbe Grundform und unterscheiden sich nur durch Zahl und Lage der Punkte: ب ت ث (b, t, ṯ), ج ح خ (ǧ, ḥ, ḫ), د ذ (d, ḏ), ر ز (r, z), س ش (s, š), ص ض (ṣ, ḍ), ط ظ (ṭ, ẓ), ع غ (ʿ, ġ). Die traditionelle Reihenfolge der Tabelle hält diese Familien zusammen. Wer zuerst die Grundformen und dann die Punkte lernt, kommt am schnellsten voran: Praktisch genügen etwa fünfzehn Formen.
Die Umschrift in der Tabelle folgt der DIN 31635, dem im deutschsprachigen Raum üblichen Standard der Orientalistik.
Laute, die es im Deutschen nicht gibt
Einige Laute kennt man aus dem Deutschen: خ (ḫ) ist das ch in Bach, ش (š) das sch, ز (z) das stimmhafte s in Sonne. Andere brauchen Übung:
- ح (ḥ): ein kräftiges, gehauchtes h mit verengter Kehle, ohne das Reiben des ch.
- ع (ʿ): ein stimmhaftes Pressen tief in der Kehle, der typischste Laut des Arabischen.
- غ (ġ): ein Reibelaut wie ein geriebenes Zäpfchen-r.
- ق (q): ein k, das weit hinten am Zäpfchen gebildet wird.
- Die emphatischen Laute ص ض ط ظ: s, d, t und ḏ mit zurückgezogener Zunge, die den benachbarten Vokal dunkler färben.
ث und ذ entsprechen dem englischen th in think und this. In den Dialekten variiert die Aussprache: ج klingt im Maghreb oft wie das j in Journal, in Ägypten wie g, und ق wird regional zu g oder zum Knacklaut.
Fehlende Vokale und Arabizi
Geschrieben werden die Konsonanten und die langen Vokale (ا ā, و ū, ي ī), die kurzen dagegen fast nie. كتب kann kataba (er schrieb) oder kutub (Bücher) heißen; der Zusammenhang entscheidet. Die Zeichen der dritten Tabelle (Fatḥa, Kasra, Ḍamma, Sukūn, Šadda, Tanwīn) stehen nur im Koran, in Lehrmaterial und Kinderbüchern.
Wer Arabisch auf einer lateinischen Tastatur tippt, nutzt oft Arabizi: Ziffern ersetzen fehlende Laute, 3 für ع, 7 für ح, 5 für خ, 2 für ء und im Maghreb 9 für ق (in der Levante und am Golf steht 9 meist für ص). Der phonetische Modus der virtuellen arabischen Tastatur folgt diesen Konventionen, sodass Sie ganze Wörter auf Arabisch schreiben können.