Eine von einem König entworfene Schrift
Hangul wurde 1443 unter König Sejong aus der Joseon-Dynastie geschaffen und 1446 im Hunminjeongeum veröffentlicht, den „richtigen Lauten zur Unterweisung des Volkes“. Bis dahin schrieb man in Korea mit chinesischen Schriftzeichen, die nur eine gebildete Elite beherrschte. Ziel war ausdrücklich, dass jeder seine eigene Sprache schreiben kann. Südkorea feiert am 9. Oktober den Tag des Hangul.
Die Buchstabenformen sind nicht willkürlich. Die Grundkonsonanten bilden die Sprechorgane ab: ㄱ zeigt die Zungenwurzel, die den Rachen verschließt, ㄴ die Zunge am Zahndamm, ㅁ den geschlossenen Mund, ㅅ einen Zahn und ㅇ die Kehle. Weitere Konsonanten entstehen durch zusätzliche Striche: aus ㄱ wird ㅋ (behaucht), aus ㄴ wird ㄷ und dann ㅌ. Die Vokale beruhen auf drei Elementen: einem Punkt für den Himmel, einem waagerechten Strich für die Erde (ㅡ) und einem senkrechten für den Menschen (ㅣ). Der Punkt wurde später zu einem kurzen Strich: ㅏ, ㅓ, ㅗ, ㅜ.
Wie Buchstaben Silbenblöcke bilden
Koreanisch wird nicht Buchstabe für Buchstabe in einer Reihe geschrieben. Die Buchstaben werden zu quadratischen Blöcken zusammengefasst, einer pro Silbe. Jeder Block enthält einen Anfangskonsonanten, einen Vokal und manchmal einen Endkonsonanten, das Batchim. Senkrechte Vokale (ㅏ ㅓ ㅣ) stehen rechts vom Konsonanten, waagerechte (ㅗ ㅜ ㅡ) darunter, das Batchim immer ganz unten.
- 한 = ㅎ + ㅏ + ㄴ → han
- 글 = ㄱ + ㅡ + ㄹ → geul (한글, Hangeul, der Name der Schrift)
- 꽃 = ㄲ + ㅗ + ㅊ → kkot, „Blume“: das ㅊ am Ende klingt wie t
Am Silbenende gibt es nur sieben Laute (k, n, t, l, m, p, ng). Deshalb nennt die Tabelle für manche Buchstaben zwei Werte, etwa ㅅ „s / t“. Die Silbentabelle zeigt alle Verbindungen aus Konsonant und Vokal ohne Batchim; ein Klick auf ein Feld kopiert die Silbe, ganze Wörter tippen Sie auf der virtuellen koreanischen Tastatur.
Umschrift und Aussprache für Deutschsprachige
Diese Seite verwendet die Revidierte Romanisierung, seit 2000 amtlich in Südkorea. Sie ist englisch geprägt:
- j (ㅈ) klingt etwa wie „dsch“, ch (ㅊ) wie „tsch“ mit Luftstoß: 지 ≈ „dschi“.
- y steht für das deutsche j: 야 = „ja“.
- eo (ㅓ) ist ein offenes o ohne Lippenrundung, kein „e-o“.
- eu (ㅡ) ist ein u mit gespreizten Lippen, nicht das deutsche „eu“.
- ae und e (ㅐ ㅔ) klingen heute beide wie ä.
- s ist immer stimmlos, nie wie in „Sonne“; vor i wird 시 fast zu „schi“.
Die einfachen Konsonanten (g, d, b) sind am Wortanfang fast stimmlos und zwischen Vokalen stimmhaft. Die behauchten (k, t, p, ch) haben einen deutlichen Luftstoß, ähnlich dem deutschen k in „Kind“. Die gespannten (kk, tt, pp, ss, jj) sind unbehaucht und werden mit angespannter Kehle gesprochen.
Hangul auf der Tastatur tippen
Das Standardlayout heißt Dubeolsik („zwei Reihen“): Konsonanten liegen unter der linken Hand, Vokale unter der rechten. Man tippt die Buchstaben in Lesereihenfolge, und die Tastatur baut die Blöcke selbst. Folgt auf einen Konsonanten ein Vokal, rückt er automatisch in die nächste Silbe: ㅎ ㅏ ㄴ ㅏ ergibt 하나, nicht 한ㅏ. Mit der Umschalttaste erhält man die Doppelkonsonanten und ㅒ ㅖ. Die koreanische Tastatur dieser Website arbeitet genauso, sodass Sie ohne installiertes Tastaturlayout Koreanisch schreiben können.