Emojis sind überall: in Nachrichten, E-Mails, sogar in Domainnamen. 2015 kürte Oxford Dictionaries 😂 zum „Wort des Jahres“. Dabei beginnt ihre Geschichte mit drei Satzzeichen.
1982: der erste Smiley
Am 19. September 1982 schlug Scott Fahlman, Informatiker an der Carnegie Mellon University, in einem internen Forum vor, :-) für Scherze zu verwenden und :-( für Ernstgemeintes. Die Nachricht wurde berühmt:
„I propose that the following character sequence for joke markers: :-)“
Diese Emoticons, die man mit schief gelegtem Kopf liest, verbreiteten sich im Internet und dann in SMS. In Japan bevorzugte man Kaomojis, die aufrecht gelesen werden: (^_^).
1999: die japanischen Emojis
Das Wort kommt aus dem Japanischen: e (Bild) und moji (Schriftzeichen). Mit „Emotion“ hat es nichts zu tun.
1999 startete der Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo i-mode, einen der ersten mobilen Internetdienste. Ein Teammitglied, Shigetaka Kurita, zeichnete 176 kleine Bilder mit je 12 × 12 Pixeln: Sonne, Regenschirm, Herz, Telefon, Wettersymbole … So ließ sich auf winzigen Bildschirmen viel Information unterbringen.
Der Erfolg kam sofort, und andere japanische Anbieter schufen eigene Emojis. Das Problem: Sie waren nicht kompatibel, und ein Emoji, das von einem Netz ins andere geschickt wurde, erschien womöglich als leeres Kästchen.
Kuritas Originalsatz gehört heute zur Sammlung des MoMA, des Museum of Modern Art in New York.
2010: Aufnahme in Unicode
Als Apple und dann Google Emojis auch außerhalb Japans anbieten wollten, brauchte es einen gemeinsamen Standard. 2010 nahm das Unicode-Konsortium, das jedem Zeichen jeder Schrift eine Nummer gibt, mehrere hundert Emojis auf.
Jedes bekommt einen Code, wie ein Buchstabe: U+1F600 für 😀, U+2764 für ❤. So weiß jedes Gerät, welches Emoji gemeint ist. Gezeichnet wird es aber von jedem Hersteller selbst, deshalb sieht dasselbe Emoji auf einem iPhone anders aus als auf einem Android-Handy. Die Pistole 🔫 etwa wurde 2016 bei Apple zur Wasserpistole, später auch bei Google und den anderen.
Wer entscheidet über neue Emojis?
Jeder kann dem Unicode-Konsortium ein Emoji vorschlagen, doch der Antrag muss begründet sein: Man muss zeigen, dass es häufig genutzt wird, dass es nicht schon in anderer Form existiert und dass es kein Markenlogo oder eine reale Person darstellt. Jedes Jahr werden einige Dutzend neue Emojis angenommen.
Mehrere Neuerungen haben Emojis vielfältiger gemacht:
- Hautfarben, 2015 in fünf Abstufungen eingeführt: 👍🏻 👍🏼 👍🏽 👍🏾 👍🏿;
- männliche, weibliche und neutrale Versionen der meisten Berufe und Tätigkeiten;
- Gegenstände und Gerichte aus aller Welt: 🧉 Mate, 🥟 Teigtasche, 🧕 Frau mit Kopftuch, 🛕 Hindu-Tempel.
So tippen Sie Emojis am Computer
- Windows 10 und 11: Windows + . (Punkt) oder Windows + ; öffnet das Emoji-Fenster. Tippen Sie ein Wort zum Suchen, etwa „Katze“.
- macOS: Control + Befehlstaste + Leertaste öffnet die Zeichenübersicht mit Suchfeld.
- Linux: Je nach Desktop gibt es oft eine Emoji-Auswahl (in GNOME per Rechtsklick in ein Textfeld).
- Im Web: Unsere Seite Emojis zum Kopieren ordnet sie nach Kategorien; ein Klick kopiert ein Emoji.
Achtung, Kontext
Was ein Emoji bedeutet, hängt davon ab, wer es benutzt. 🍆 und 🍑 haben eine Bedeutung angenommen, an die ihre Schöpfer nicht gedacht hatten. Bei Jüngeren heißt 💀 oft „ich lach mich tot“ statt „tot“, und 🙂 kann kühl oder ironisch wirken. In beruflichen Nachrichten bleibt man besser bei den neutralsten.