Die Buchstaben auf Ihrer Tastatur sind nicht so angeordnet, dass Sie schnell tippen. Ihre Reihenfolge stammt von Schreibmaschinen des 19. Jahrhunderts und hat sich aus Gewohnheit gehalten. Es gibt logischere Layouts; hier steht, was sie taugen und für wen sie sich eignen.

Die historischen Layouts

QWERTY

Um 1873 auf den Maschinen von Sholes und Remington festgelegt (siehe unsere Geschichte der Tastatur), ist QWERTY der weltweite Standard. Auf Komfort wurde es nicht ausgelegt: Die linke Hand arbeitet mehr als die rechte, und im Englischen landet nur etwa ein Drittel der Anschläge auf der Grundreihe (ASDF JKL), wo die Finger liegen.

QWERTZ

Die deutsche Abwandlung, verbreitet in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Mitteleuropa. Z und Y sind vertauscht, weil das Z im Deutschen viel häufiger ist, und Ä, Ö, Ü und ß haben eigene Tasten. Die Schwächen von QWERTY bleiben, und Programmierer klagen über schwer erreichbare Klammern: { } [ ] liegen auf Alt Gr.

AZERTY

Die französische Abwandlung, Standard in Frankreich und Belgien. Für Französisch hat sie echte Mängel: Punkt und Ziffern brauchen die Umschalttaste, und Großbuchstaben mit Akzent wie É oder À fehlen.

Die optimierten Layouts

Dvorak (1936)

August Dvorak legte die Vokale unter die linke Hand und die häufigsten englischen Konsonanten unter die rechte. Ergebnis: rund 70 % der Anschläge auf der Grundreihe statt einem Drittel bei QWERTY, und ein regelmäßiger Wechsel der Hände.

Obere Reihe und Grundreihe von sechs Layouts. Vokale sind grün; die Balken zeigen den Anteil der Anschläge auf der Grundreihe im Englischen.
Obere Reihe und Grundreihe von sechs Layouts. Vokale sind grün; die Balken zeigen den Anteil der Anschläge auf der Grundreihe im Englischen.

Es soll schneller sein, doch die Studien dazu sind alt und umstritten; der deutlichste Gewinn ist der Komfort. Dvorak ist in Windows, macOS und Linux eingebaut. Es ist aber für Englisch optimiert, nicht für Deutsch.

Colemak (2006)

Colemak behält die meisten QWERTY-Tasten bei und verschiebt nur 17. Die Kürzel Strg+Z, X, C und V bleiben, wo sie sind. Es ist leichter zu lernen als Dvorak und bei Programmierern beliebt. In macOS und Linux ist es eingebaut, unter Windows muss man es installieren.

Neo

Neo ist das deutsche Gegenstück: ein freies, für die deutsche Sprache optimiertes Layout, das auch Programmierzeichen und Sonderzeichen über zusätzliche Ebenen bequem erreichbar macht. Wer viel auf Deutsch schreibt, ist hier richtig. Der Preis ist derselbe wie bei jedem neuen Layout: einige Wochen Umgewöhnung.

BÉPO

Das französische Pendant, 2019 sogar in die französische Norm NF Z71-300 aufgenommen, zusammen mit einem verbesserten AZERTY.

So wechseln Sie das Layout

Eine neue Tastatur braucht es nicht: Das Layout ist eine Systemeinstellung.

  1. Fügen Sie das Layout in den Spracheinstellungen von Windows, macOS oder Linux hinzu (für Neo gibt es Installationspakete auf der Projektseite).
  2. Wenn die Beschriftung stört, helfen Aufkleber oder eine Tastatur mit unbeschrifteten Tasten.
  3. Üben Sie täglich ein wenig auf Seiten wie Keybr oder Monkeytype.

Welches Layout sollten Sie wählen?

  • Bleiben Sie bei QWERTZ, wenn Sie oft den Computer wechseln oder wenig tippen.
  • Probieren Sie Neo, wenn Sie viel auf Deutsch schreiben und einen Monat Umgewöhnung in Kauf nehmen.
  • Probieren Sie Colemak oder US-International, wenn Sie programmieren und vor allem Englisch schreiben: Klammern und Symbole sind dort leichter erreichbar.

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Abdelmounaim Akadid

Abdelmounaim Akadid

Begeistert von Technik, Webentwicklung und Sprachen. Gründer von ClavierVirtuel.com, einem Werkzeug, das mehrsprachiges Tippen für alle einfach machen soll.

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