Das Chinesische hat Zehntausende Schriftzeichen, von denen etwa 3.000 bis 4.000 genügen, um eine Zeitung zu lesen. Keine Tastatur kann sie alle aufnehmen. Deshalb nutzt man in China „Eingabemethoden“ (IME): Man tippt etwas auf einer gewöhnlichen Tastatur, und die Software schlägt passende Zeichen vor. Es gibt zwei große Ansätze: über den Klang und über die Form.
Pinyin: die Aussprache tippen
Pinyin ist die offizielle Umschrift des Mandarin in lateinischen Buchstaben: 北京 wird zu Běijīng, 你好 zu nǐ hǎo. In der Volksrepublik ist es mit Abstand die meistgenutzte Methode, und Ausländer lernen sie zuerst.
So funktioniert es:
- Sie tippen die Aussprache ohne Töne:
zhongguo; - die Software zeigt eine Liste möglicher Zeichen oder Wörter;
- Sie wählen mit der Leertaste (erster Vorschlag) oder einer Ziffer.
Das Chinesische hat viele Homophone: „zhong“ kann 中 (Mitte), 钟 (Uhr), 忠 (treu) … sein. Moderne Software löst das meiste, indem sie ganze Wortgruppen statt einzelner Silben verarbeitet. Tippt man woxihuanni, erkennt sie die wahrscheinlichste Folge und bietet direkt 我喜欢你 („ich mag dich“) an.

Die meisten bieten außerdem „unscharfes Pinyin“, das häufige Verwechslungen durch regionale Akzente akzeptiert, etwa „s“ und „sh“ oder „in“ und „ing“.
Wubi: die Form tippen
Wubi (五笔, „fünf Striche“) ignoriert die Aussprache. Jedes Zeichen wird in grafische Bestandteile zerlegt, und jeder Bestandteil liegt auf einer Taste. Die Tastatur ist in fünf Zonen geteilt, nach den fünf Grundstrichen der Kalligrafie: waagerecht, senkrecht, nach links fallend, Punkt und Haken.
Beispiel: 明 (hell) besteht aus 日 (Sonne) und 月 (Mond). In Wubi liegt 日 auf der Taste J und 月 auf der Taste E: Man tippt je.

Die Vorteile:
- ein Code entspricht fast immer genau einem Zeichen, man muss also nicht auf die Vorschlagsliste schauen;
- kein Zeichen braucht mehr als vier Anschläge;
- man kann ein Zeichen tippen, ohne seine Aussprache zu kennen.
Der Nachteil: Man muss Hunderte Bestandteile und ihre Position lernen. Wubi war bei professionellen Schreibkräften verbreitet, hat gegenüber Pinyin aber stark an Boden verloren.
Zhuyin in Taiwan
In Taiwan lernt man das Lesen mit Zhuyin (oder Bopomofo), einem phonetischen Alphabet aus 37 Symbolen wie ㄅ, ㄆ, ㄇ, ㄈ. Taiwanische Tastaturen tragen diese Symbole auf den Tasten, zusätzlich zu den lateinischen Buchstaben und oft weiteren Codes. Man tippt die Aussprache in Zhuyin mit dem Ton und wählt dann das Zeichen, wie bei Pinyin.
Formbasierte Methoden wie Cangjie und Sucheng, ähnlich wie Wubi, sind in Taiwan und Hongkong ebenfalls verbreitet.
Mit der Hand schreiben oder diktieren
Auf dem Handy zeichnen viele, vor allem ältere Menschen, das Zeichen lieber mit dem Finger: Die Handschrifterkennung ist heute sehr zuverlässig. Auch Spracheingabe ist weit verbreitet, besonders in Messengern.
Ein Nebeneffekt: vergessen, wie man schreibt
Nach Jahren des Tippens in Pinyin erkennen viele Chinesen Zeichen, können sie aber nicht mehr von Hand schreiben. Nehmen sie einen Stift, fällt ihnen die Strichfolge nicht mehr ein. Diese „Zeichen-Amnesie“ beunruhigt Lehrer und hat das Interesse an Kalligrafie wiederbelebt.
Pinyin-Eingabe ausprobieren
Unsere chinesische Tastatur arbeitet mit Pinyin: Tippen Sie die Aussprache und wählen Sie das Zeichen mit der Leertaste oder einer Ziffer aus der Liste. So lernen Sie das Prinzip kennen, ohne etwas zu installieren.
Für den regelmäßigen Gebrauch installieren Sie eine Eingabemethode: Unter Windows fügen Sie die Sprache „Chinesisch (vereinfacht)“ hinzu, die Microsoft Pinyin enthält; unter macOS fügen Sie bei den Eingabequellen „Chinesisch (vereinfacht) – Pinyin“ hinzu.